Wer Zeitschriften von hinten nach vorne liest, kommt bei GRID ebenso auf seine Kosten wie weniger rebellisch veranlagte Leser. Es ist ein Magazin, in dem man genüsslich hin und her blättern kann und immer wieder an dem einen oder anderen Artikel hängen bleibt. GRID ist durchgehend zweisprachig und nicht nur haptisch angenehm, sondern auch visuell ein guter Freund für den Sonntagnachmittag im Lesesessel. Das Basis-Layout hat der mehrfach ausgezeichnete Editorial Designer Mario Lombardo entwickelt.

Die neue Zeitschrift für Gestaltung hat sich einem breiten Themenspektrum verpflichtet. Sehr schnell wird sichtbar, dass die Themenauswahl überaus durchdacht ist und einer festen Struktur folgt. Die einzelnen Artikel sind Kategorien wie Corporate Design, Packaging Design, Communication Design, Product/Furniture Design etc. zugeordnet. Interessen und Belange von Kommunikations- und Industriedesignern sind in einem ausgewogenen Verhältnis berücksichtigt. Schließlich vereint GRID schon im Titel Grafikdesign und Industriedesign zu einem Raster. Und so will die Zeitschrift dann auch erklärtermaßen, so wie ein Grid - ein Raster – das hinter dem Entwurf steht, über die Hintergründe im Design informieren.

Start – so lautet der Schwerpunkt der ersten Ausgabe. Interessanterweise tauchen hier dann auch etablierte Namen auf, die aus sehr persönlichen Perspektiven über Neuanfänge berichten. Erik Spiekermann blickt zurück auf ein Leben voller Unternehmensgründungen. Oliver Grabes, Chefdesigner von Braun erzählt von Neupositionierungen in dem Traditionswerk. Jessica Walsh, die auch auf dem Cover abgebildet ist, gewährt einen Einblick in ihr Leben als neue Geschäftspartnerin von Stefan Sagmeister. Die holländische Designerin Marije Vogelsang erklärt, warum sie ihre Restaurants schloss, um sich wieder ganz auf die Designarbeit zu konzentrieren. Die Artikel und Interviews lassen genügend Zeit und Raum, um sich auf Themen und Personen einzulassen und neue Perspektiven zu entdecken. 

Daneben werden Designarbeiten aus verschiedenen Bereichen vorgestellt. Manches davon hat man zwar schon irgendwo flüchtig im Netz gesehen, was jedoch einer genaueren Betrachtung auf Papier absolut nicht im Wege steht. Die Macher von GRID unter Leitung des Chefredakteurs Gerrit Terstiege begnügen sich jedoch nicht mit dem bloßen Zeigen. Sie suchen die Arbeiten einzuordnen, ihre Entstehung offen zu legen, Hintergründe aufzuzeigen. Dabei sucht das Magazin nach eigener Aussage die Schnittstellen und Berührungspunkte der Design-Disziplinen untereinander.

Uns hat die erste Ausgabe sehr inspiriert und wir sind gespannt auf die Fortsetzung, die sich mit dem Thema Farbe beschäftigen wird. Das Magazin erscheint sechs Mal im Jahr und kostet 15,50 Euro pro Ausgabe. 

 

 

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