Im Rahmen der Mainzer Designgespräche wurde am 14. November 2012 der Designpreis Rheinland-Pfalz im Bereich Kommunikationsdesign vergeben. Erstmalig konnten in diesem Jahr auch Studenten ihre Arbeiten in einer eigenen Kategorie einreichen. Das war eine Entscheidung, die sich gelohnt hat. »Die Arbeiten der Studenten fielen durch ihre Kreativität und die qualitativ hervorragende Umsetzung auf«, meint BDG-Präsidiumsmitglied Dorothea Schwabe, die als Mitglied der neunköpfigen Jury aus den 153 Einreichungen die 21 preisgekrönten Arbeiten mit ausgewählt hat. »Die studentischen Arbeiten konnten sich im Wettbewerb mit professionellen Teilnehmern durchaus behaupten, da sie konsequent ihren Ideen folgten. Das hat natürlich damit zu tun, dass im Studium die volle Aufmerksamkeit dem Design gilt. Hier wurde deutlich, dass bei Auftragsarbeiten das Design durch branchenübliche Anpassungen im Entstehungsprozess an Aussagekraft verlieren kann.«

Die herausragende Qualität der Arbeiten beweist, dass Design in Deutschland eine bedeutende Rolle am Markt spielt. Zu wünschen wäre allerdings, dass mehr Designer das behalten, was sie als Studierende noch durften: ihrem kreativen Geist folgen, experimentieren, mutig sein und mit Inbrunst umsetzen.

Die Mainzer Designgespräche konzentrierten sich in diesem Jahr auf die in unserer Gesellschaft weniger im Fokus stehenden Sinne: Riechen, Schmecken und Hören. Faszinierende Einblicke in das Thema Riechen ermöglichte die norwegische Geruchsforscherin, Künstlerin und Professorin Sissel Tolaas, die alleine 7800 Düfte in ihrem Duftarchiv gelagert hat. Dabei kreiert sie keine Parfums. Die Welt der Sissel Tolaas dreht sich um Gerüche, die uns täglich umgeben und die wir nicht bewusst wahrnehmen, die uns jedoch leiten und beeinflussen. Wie riecht adidas? Lässt sich aus einer Komposition von Fuß-, Achsel- und Siegesschweiß tatsächlich der Geruch des sportlichen Erfolges komponieren und daraus eine Torte, die nach adidas schmeckt? Und wie riecht Berlin?
Für zahlreiche Auftraggeber entwirft Sissel Tolaas neue Duftnoten und Düfte für Corporate Designs. Ihre Duftkunstwerke werden in Galerien auf der ganzen Welt gezeigt.

Ebenso spannend und dicht mit dem Thema Geruch verbunden, ist der Geschmackssinn.
Schmecken wir noch das, was wir essen oder essen wir das, was wir schmecken – oder werden wir auf falsche Fährten gelockt, um Produkte gefälliger zu machen? Fabian und Cornelius Lange, Autoren und Journalisten, haben es sich zur ambitionierten Aufgabe gemacht, künstlichen Aromen und Geschmäckern auf die Schliche zu kommen und aufzuweisen, wie diese unser Leben beeinflussen und verändern können. Die beiden begeben sich auf kulinarische Entdeckungsreisen, schreiben Bücher und Artikel über Genuss im eigentlichen und uneigentlichen Sinne.

Das ein Werbefilm Musik braucht, ist so klar, dass es für uns alltäglich ist. Doch wie hören sich alltägliche Geräusche an, mit denen wir konfrontiert sind und deren Ursache wie teilweise nicht mehr klar definieren können. Wie hört sich ein Auto an, das mit Strom fährt und welches Geräusch höre ich, wenn ich bei ebay etwas kaufe? Mit Sound Branding, akustischer Markenentwicklung und anderen Geräuschen befassen sich Sebastian Waschulewski und Marcel Kloppenburg von MetaDesign Berlin und WeSound.

Wir leben in einer gestalteten Welt. Nichts ist dem Zufall überlassen – fast nichts!

Weiterführende Links:
Ausrichter des Designpreises Rheinland Pfalz: www.descom.de
Riechen: www.brandeins.de
Schmecken: www.lange2.de
Hören: www.metadesign.com und www.wesound.de

Dorothea Schwabe
Leiterin des BDG-Referats Design
Jurymitglied Designpreis Rheinland-Pfalz 2012

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