Hans-Jürgen Hampel, Urheber des »Ponto Auges«, in seinem Münchener Atelier

»Donnerwetter, es geht ja weiter«, das war die erste Reaktion von Hans-Jürgen Hampel, dem Gestalter des Signets der Dresdner Bank, als er im Oktober 2009 in der Zeitung zum ersten Mal das neue Logo der Commerzbank entdeckte. Es war die spontane Freude eines Designers darüber, dass sein Entwurf, sein Logo nicht gänzlich verschwinden wird. Nach der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank im Jahr 2008 drohte das markante Ponto-Auge schließlich überflüssig zu werden. Und nun lebte es doch – in drei Dimensionen, leicht modifiziert in Commerzbank-Gelb fort.

Es war nur ärgerlich – und das war die zweite Reaktion von Hans-Jürgen Hampel – dass niemand mit ihm als dem Urheber der Bildmarke über die Modifikationen zuvor gesprochen hatte. Nach mehr als zwei Jahren überwiegt bei Hans-Jürgen Hampel deutlich der Ärger über das unverfrorene Verhalten eines der größten deutschen Bankinstitute. Die Bank stritt zunächst seine Urheberschaft ab, dann bot sie dem Designer 5.000 Euro, um »die Lästigkeit eines solchen Verfahrens abzugelten« und schließlich erklärte sie, dass die Ähnlichkeit rein zufällig sei. Inzwischen hat der Münchner Designer gegen die Commerzbank Klage auf Urheberrechtsverletzung erhoben. Am 16. Februar diesen Jahres trafen sich die beiden Parteien vor dem Hamburger Landgericht.

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Wenn drei namhafte Designerinnen und Designer aus dem Nähkästchen plaudern, wie sie aus ihrer Kreativität auf ganz unterschiedliche Weise ein erfolgreiches Geschäftsmodell gemacht haben; wenn in Workshops und dem Stegreif-Café die teilnehmenden 200 Gestaltungsprofis den unterschiedlichen Methoden der Ideenproduktion auf den Grund gehen; wenn die iDD zum dritten Mal in die Zeche Zollverein nach Essen lädt – dann steht der 3. Deutsche Designerkongress vor der Tür.

Am Montag, den 5. März 2012, ist es wieder so weit. Unter anderem mit: Ruedi Baur, Karsten Henze, Thomas und Martin Poschauko, Hans Poser und Gabriele Werner, begleitet von WDR-Moderatorin Judith Schulte-Loh. Gefördert wird der Kongress vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der Kartenverkauf hat begonnen, für Mitglieder der in der iDD vereinten Design-Verbände – also auch BDG-Designer – kostet das Ticket 45 Euro, sonst 65 Euro. Ein begrenztes Frühbucher-Kontingent gibt es für 35 Euro.

www.deutscher-designerkongress.de
www.i-dd.org

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Hallo BDG,
ich bin seit vier Monaten selbstständig und habe jetzt eine Anfrage von einem Bekannten, der sich mit einem kleinen Unternehmen selbstständig machen möchte. Der Bekannte sagt, er hat kaum Budget, möchte aber viel starten. Wie soll ich mich verhalten?
Senna H.

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Rezension:
»Der kleine Besserwisser«: Ein sympathischer Begleiter in allen Lebenslagen 

Unerträglich sind sie, die ewigen Besserwisser. Dieser hier jedoch ist anders: Diskret und zuverlässig glänzt er auf seinen 340 Seiten mit seinem »Grundwissen für Gestalter« nur dann, wenn man ihn aufschlägt.

Sie wissen natürlich was ein Meta-Tag ist, wie groß DIN A1 in Zoll ist und was die Einräumung eines nicht exklusiven Nutzungsrechts beinhaltet, oder nicht? Das handliche rote Buch weiß es und bietet einen guten Einstieg für Berufsanfänger und eine äußerst brauchbare Erinnerungshilfe für Langgediente.

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With the launch of iD-institute, Regina and Wolfgang Hanke, two Berlin-based design entrepreneurs, present their vision of an International Design Institute. The new service features an innovative design directory that helps companies to find the right designer quickly and easily, as well as a wealth of sophisticated functions and highly concentrated information. The private initiative already features 1,200 designers from eight countries, as well as numerous public organisations and world-renowned universities. International agencies and marketing professionals have also lent their support to the project.

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Kommunikationsdesignerin Dorothea Schwabe, Wuppertal

Hallo Dorothea, du bist erst seit kurzem Mitglied im BDG und hast dich sofort engagiert. Was treibt dich an?

 Ich war schon immer am BDG interessiert und habe mich spontan in diesem Jahr angemeldet. Grund dafür war, dass in den letzten Jahren beruflich bei mir viel passiert ist sowie einige Begegnungen mit Kunden, für die Themen wie Urheberrecht, Nutzungsrechte und deren Entgelte ein unbekanntes Niemandsland bis heißes Eisen sind. Mir ist aufgefallen, dass nicht nur ich, sondern viele Designer, die ich kenne, kaum einen Überblick darüber haben, wie sie ihr Honorar gemäß Ihrer Leistung berechnen können. Der BDG brachte mit seinen Beiträgen Licht ins Dunkle.

Das hat mich überzeugt. Aus Neugier und natürlich um mehr zu erfahren, bin ich dann zur diesjährigen Vorstandssitzung nach Braunschweig gefahren. Das ich mich sofort engagiert habe, war das gute Gefühl, dass mir die Mitglieder dort vermittelt haben. Hier war viel gute Energie im Raum und eine positive Aussicht in die Zukunft. Das hat mich spontan bewogen Ideen, die ich habe, mit einem Amt zu verknüpfen und so meinen Beitrag für etwas zu leisten, von dem viele profitieren können.

Wobei kann sich da ein Berufsverband nützlich machen?

Ein Berufsverband ist für mich so etwas wie ein Baum mit dicken Wurzeln, die tief in die Erde gehen. Ich kann sicher sein, dass ich mich anlehnen und auch die Früchte ernten kann. Er hat so viel Spannweite, dass viele (Designer) von ihm als Netzwerk profitieren können... dazu müssen diese ihn allerdings auch pflegen.

Ist Deutschland für dich ein Design-Standort?

Auf jeden Fall.

Womit beschäftigst Du Dich als Designerin und was ist Dir bei Deiner Arbeit wichtig?

Ich arbeite als Art-Direktorin in einem Netzwerk. Meine Hauptbereiche sind die Konzeption von Printmedien, Image-Kampagnen und Eventmedien. Meine Stärke liegt eindeutig im konzeptionellen Bereich, weil ich mich hier in meiner Kreativität am freisten fühle. Es ist immer ein sehr spannender Moment, wenn Ideen anfangen zu fließen und dann langsam ihren Weg finden. Wichtig ist mir dabei, dass es in dieser Phase der ersten Ideen möglichst wenig Einschränkungen gibt. Wichtig ist mir immer, dem Kunden das Gefühl zu vermitteln, dass er involviert ist und es eigentlich seine Idee ist. Das hört sich profan an, ist aber eigentlich ganz einfach. Das macht einfach glücklich, wenn einem bei der Präsentation ein Kunde mit glänzenden Augen gegenüber sitzt.

Was können Kommunikationsdesigner, was andere nicht können?

Kommunikationsdesigner haben die Fähigkeit quer und um die Ecke zu denken – so realisieren sie die Projekte, über die andere erst den Kopf schütteln und nachher kräftig mit den Händen klatschen.

Herzlichen Dank und viel Erfolg für deine Arbeit beim BDG und als Designerin.


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Inspirierend, lebendig, intensiv – das sind ungewöhnliche Attribute für eine Verbandstagung. Doch die BDG-Hauptversammlung mit anschließender öffentlicher Präsidiumssitzung war genau das. Vielleicht lag es an der weitläufigen Aula der Hochschule für bildende Künste Braunschweig, in der die Versammlungen stattfanden. Sie bot in jeder Hinsicht ausreichend Raum für einen Gedankenaustausch unter Kollegen und Kolleginnen, die konzentriert über die Interessen des eigenen Berufsstandes nachdachten und Entscheidungen über Zukunft und Aufgaben des BDG zu fällen hatten.

Die Wichtigste: Der BDG hat einen neuen Präsidenten. Der Informationsgestalter Christian Büning wurde am 19. November einstimmig vom Präsidium in das Amt gewählt. Der 33-jährige wohnt und arbeitet mit einem eigenen Büro in Münster und ist zusätzlich als Dozent an der FH Münster tätig. Er löst Henning Krause ab, der nach fünfjähriger Tätigkeit an der Spitze des Verbandes sein Amt zur Verfügung gestellt hatte.

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